LYME-ARTHRITIS
Lymearthritis, Lyme Arthritis, Lyme Arthropathie

Die Lyme-Arthritis ist eine Erkrankung im Rahmen der Zeckenkrankheit Borreliose.

Der Name Lyme stammt von einem kleinen Städtchen Lyme in Connecticut (USA). 1975 traten außergewöhnlich viele Arthritiserkrankung en auf, die nicht mit der normalen Arthritis vergleichbar waren. Da ca. 50 Personen, und davon 40 Kinder und Jugendliche erkrankten, und das in einer Stadt von nur 5000 Einwohnern, schaltete sich die Gesundheitsbehörde von Connecticut ein und eine aufwändige Suche nach der Ursache begann.

Die wichtigste Erkenntnis war jedoch, dass die Lyme-Arthritis (Lymearthritis) von Zec ken übertragen wird.
Der Erreger der Lyme-Arthritis  befindet sich im Darm der Zec ke und wird nach 24 – 36 Stunden Saugvorgang auf den Menschen übertragen. In Deutschland und Europa ist der gemeine Holzbock oder Ixodes-ricinus Hauptüberträger der Kran kheit. In Lyme war es die Hirschzecke oder Ixodes-scapularis (dammini ).

In Deutschland sind je nach Gebiet bis zu 30% der Zec ken Träger des Erregers der Lyme- Arthritis bzw. Lyme-Borrel iose. Gehäuft treten die Erkrankungen vom Frühjahr bis zum Herbst auf. Die Zec ken leben in Waldreichen Gebieten. Befallen werden neben Wald- und Forstarbeitern hauptsächlich Spaziergänger, Sportler und Kinder.

Die Kran kheitszeichen der Lyme-Arthritis beginnen zunächst relativ harmlos und werden deshalb oft nicht erkannt.

3 bis 30 Tagen nach einem Zeckenstich bzw. Zeckenbiß entsteht um den Stich herum eine Rötung, die sich immer mehr ausbreitet und bis zu 50 cm. Durchmesser erreichen kann (Stadium 1). Oft wissen viele Betroffene nicht mehr, ob sie von einer Zec ke gestochen worden sind, da der Zeckenstich an sich schmerzlos ist. Diese Rötung wird Eryt hema-mig rans genannt und kann einige Wochen andauern.  

Die Betroffenen berichten in diesem Stadium  (Stadium 1 ) schon über Gelenk beschwerden und Muskelschmerzen und auffallender Müdigkeit. Da etwa 25 % der Patienten keine Rötung entwickeln, werden die übrigen Kran kheitszeichen leicht mit einer Erkältung oder Grippe verwechselt.

Diese Symptome (= Krankheitszeichen) können einige Wochen bestehen bleiben oder sich zwischendurch bessern.

Wochen bis Monate nach dem Zec kenstich (Stadium 2) berichten die Betroffenen über Herzbeschwerden, Kopfschmerzen, Nervenerkrankung en, Lähmungen, Sehstörungen, Konzentrationsstörungen bis hin zu psychischen Erkrankungen.

Monate bis Jahre (Stadium 3) nach der Infektion kommt es dann vermehrt zu dauerhaften Gelenkschmerzen im Rahmen von Gelenkentzündung en. Das eigentliche Stadium der Lyme-Arthritis (Lyme Arthropathie) hat begonnen.

Am häufigsten sind die großen Gelenke, insbesondere die Kniegelenk e betroffen. Beobachtet wurde oft ein Springen der Beschwerden von einem Gelenk zum nächsten. Grundsätzlich können mehrere Gelenke, aber auch nur eines betroffen sein. Diese schubweise wiederkehrenden Beschwerden werden oft von Fieber begleitet.

Zusätzlich werden oft Muskelentzündungen und Schmerzen in Weichteile n (Fibromyalgien) beobachtet. Auch Hautveränderungen sind in diesem Stadium typisch (Pergamentpapierhaut)

Da die eigentliche Infek tion Monate und Jahre zurückliegt, wird der Zusammenhang mit einer Lyme-Arthritis oft nicht erkannt. Die Patienten  erleben dann eine wahre Odyssee, bis die wirkliche Ursache gefunden wird.

Das Schwierige in diesem Stadium ist auch, dass der Erreger (Borrelia-burgdorferi) sehr schwer einer antibiotischen Behandlung zugänglich ist, da er sich in den kollagenen Fasern festsetzt. Man spricht sogar von einer kollagenen Affinität des Erregers. Deshalb kommt es nach antibiotischer Behandlung entweder zu keiner oder nur zu einer kurzfristigen Besserung. In diesem Stadium kann nur eine langfristige, aggressive Antibiotikatherapie helfen.

Eine besondere Bedeutung hat in diesem Stadium die Schmerztherapie.

Therapie

Die frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist die wichtigste Methode um die Erkrankung in den Griff zu bekommen. In der Anfangsphase ist die Gabe von Tetracyclinen über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen sinnvoll, in der Spätphase sollte mindestens 3-4 Wochen behandelt werden.

Nach erfolgloser antibiotischer Basistherapie können zur medikamentösen Schmerztherapie sog. nichtsteroidale (= nicht kortisonhaltige) Antirheumatika gegeben werden. Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.

Persistierende (= trotz Basisbehandlung verbleibende) Beschwerden / Schmerzen sind bei Lyme-Arthritis leider oftmals sehr hartnäckig und geben dann Anlaß zu einer speziellen Schmerztherapie.

Sowohl bei der Neuro-Borreliose als auch Lyme-Arthritis (Lymearthritis) hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) sehr bewährt, insbesondere in Form von kontinuierlichen Nervenblockaden mittels eingepflanztem Katheter. Eine wichtige Nebenwirkung dieser Therapie ist eine begleitende Symphatikolyse (= Erweiterung der Blutgefäße), denn unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Prozesse sicher ab.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Methodenbeschreibung "Kontinuierliche (repetitive) Nervenblockaden mit Katheter":

  1. Nervus femoralis (vorderer Oberschenkel nerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leiste nbandes mit einer Kanüle in der Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die Nerven scheide (Gewebsumhüllung des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wirkstoffes so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die Schmerz empfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
    Anwendungsbereiche
    :
    Kniegelenkschmerzen und z.T. oberes Sprunggelenk

  2. Gegen Schmerzen im Hüftgelenk kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Pl exus lumbal is-Blockade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Oberschen kel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Ner ven, die die genannten Körpergebiete versorgen.

  3. N. isch iadicus: Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesäß, den Ischias nerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit.
    Anwendungsbereiche:
    Fußgelenk
    e.

  4. Plexus brachialis: Die Einpflanzung des Katheters erfolgt nahe der Achselhöhle am inneren Oberarm oder im seitlichen unteren Halsbereich (der sog. interskalenäre Zugang).
    Anwendungsbereiche: Ellenbogen - und Handgelenk
    e, in der sog. retrograd hohen Variante oder beim interskalenären Zugang auch das Schultergelenk.

 
 

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Aktualisiert: 17.06.2006 k u
A
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G Gastritis, Gehirninfarkt, Gehirnschlag, Gehörsturz (www.gehoersturz.org), Gelenkabnutzung, Gelenkentzündung (www.1-arthrose.de/gelenkentzuendung), Gelenkrheumatismus (www.gelenkrheumatismus.com), Gelenkskrankheit, Gelenkverschleiß (www.gelenkverschleiss.com), Genikulatumneuralgie, Geräusche im Ohr (www.ohr-geraeusche.com), Gesichtsrose (www.gesichtsrose.com), Gliederschmerzen (www.gliederschmerzen.com), Glossitis, Glossodynie, Glossopharyngeus-Neuralgie, Golferarm (www.golfer-arm.de), Gonarthritis (www.gonarthritis.de), Gonarthrose, Grazilis-Syndrom (www.grazilissyndrom.de), Gürtelrose (www.guertelrose.co.uk) (1), Gürtelrose (www.guertelrose.net) (2), Guyon-Syndrom 
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R Raeder Syndrom, Radikuläres Syndrom, Radikuloneuritis, Rastloses Bein, Raucherbein,
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